Festsitzende Geräte / Multiband:



Die Multiband-Bracket Apparatur ist fest mit den Zähnen verbunden. Die Brackets sind auf dünne Metallplättchen gelasert.
Brackets werden mit Kunststoff auf die Zahnoberflächen geklebt, auf die Molaren (große Backenzähne) werden meist Bänder (Ringe, die über die Zähne gestülpt werden) zementiert. Ein Vorteil der festsitzenden Apparaturen ist, dass sie ununterbrochen, das bedeutet eine 24stündige Wirkung, mit leichtem Druck auf die zu bewegenden Zähne einwirken. Des Weiteren können feste Zahnspangen Zahnbewegungen, die mittels herausnehmbarer Geräte nicht möglich sind.  Zu diesen gehören Zahndrehungen von Seitenzähnen, hinein- oder herausbewegen von Zähnen aus dem Kieferknochen...!


Was bewirken die Spangen? In jedem Bracket befindet sich ein kleiner Schlitz (Slot), in den ein Draht (Bogen) eingelegt wird. Dieser Draht verläuft um den gesamten Zahnbogen und wird hinter dem letzten Zahn umgebogen. Durch die Schlitze bekommt das Bracket die “Information”, wie der Zahn einmal stehen soll. Der Draht gibt die Kraft zur Zahnbewegung ab und dient als Orientierungsebene. Er ist elastisch und versucht, Niveauunterschiede zwischen den Zähnen auszugleichen. Es wirkt also ständig eine kleine Kraft auf die Zähne. Dadurch werden die Zähne etwas angelockert und es kann auch manchmal vorübergehend weh tun. Das ist notwendig, um die Zähne bewegen zu können. Die Schmerzen lassen nach 1-2 Tagen wieder nach.

Viele meinen, daß die Spange Löcher in den Zähnen hervorrufen könnte. Die Bänder (Ringe, die über die Zähne gestülpt werden) oder Brackets, die direkt an den Zähnen haften, bedecken und schützen jedoch die Zähne, solange sie fest auf den Zähnen sitzen.

Sowohl die Bänder als auch die geklebten Brackets machen das Zähneputzen allerdings wesentlich schwieriger. Die Brackets, Röhrchen und Drähte liegen wie ein kleines Schild außen um die Zähne. Dieses Schild macht es natürlich schwieriger für die Zahnbürste, alle Zwischenräume zwischen der Spange und dem Zahnfleisch zu reinigen. D.h. falls es zu einem Zahnschaden kommen sollte, entsteht dieser nicht  unter dem Bracket, sondern an dessen Randbereich. Diesess erhötes Kariesrisiko  kann man mittels eine Glattfächenversiegelung deutlich reduzieren.

Das häusliche Zähneputzen ist jetzt noch viel wichtiger, denn durch eine mangelhafte Mundhygiene kann es außer zu Karies auch zu Entzündungen und Schwellungen des Zahnfleisches kommen.. . Falls die Zahnpflege nicht zu verbessern ist, müßten die Spangen vorzeitig entfernt werden, ohne daß das gewünschte Ergebnis erreicht werden konnte.


Brackets bzw. Festsizende Zahnspangen gibt es in unterschiedlichen Farben / Materialien : 



Metallbrackets

Als Grundleistung, also die Leistung, die auch von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird, verwenden wir Metallbrackets (nicht vorprogrammiert) aus  Edelstahl. Diese Brackets erlauben dreidimensionale Zahnbewegungen und eine exakte Positionierung der Zähne.




Bei den nachfolgenden Brackets handelt es sich um Varianten, die das von den gesetzlichen Krankenkassen geforderte Maß an notwendiger, zweckmäßiger, ausreichender und wirtschaftlicher kieferorthopädischer Versorgung übersteigen und damit eine Mehrleistung (der Patient trägt die Preisdifferenz zwischen Kassenleistung und Zusatzleistung) darstellen.



Selbstligierende Brackets (Speed-Brackets)


Das Aktivierungsschloss der selbstligierenden Brackets beinhaltet eine aufwändige Feinmechanik, welche Zahnbewegungen unter Einsatz von extrem niedrigen Kräften möglich macht. Die Behandlung mittels Speed-Brackets bringt verschiedene Vorteile:

- Einfachere Zahnpflege, da die Brackets sehr klein sind, und damit die Zahnbürste besser an den Zahn herankommt.

- Der glatte Mettalklipp lagert deutlich weniger Bakterien an, als bei den herkömmlichen Brackets mit Gummiligaturen.

- Aufgrund der extrem geringen Kräften weniger Druck, Spannung, "Schmerz" und deutlich geringeres Risiko, dass die Zahn-

  Wurzel einen Schaden davon trägt.

- Kürzere Tragezeit (4-6 Monate weniger) der festen Zahnspange und kürzere Kontrolltermine.

Lingualbrackets

Lingualbrackets sind ähnlich wie normale Brackets aufgebaut. Sie haben aber den Vorteil, dass sie von innen (lingual) auf die Zähne geklebt werden und deshalb für die Außenwelt unsichtbar sind. Diese Brackets und dazugehörige Bögen werden individuell im Labor gefertigt und dann dem Patienten angepasst.



Titanbrackets

Titanbrackets können bei Allergikern verwendet werden. Es muss allerdings abgeklärt werden, ob die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für diese Brackets übernimmt.
Von ihrer Funktion und ihren Eigenschaften sind sie den Metallbrackets ebenbürtig.


Goldbrackets


Sind ähnlich den Metallbrackets, jedoch vergoldet. Es handelt sich hierbei um eine Wunschleistung. Sie können auch bei Allergikern verwendet werden.


Selbstligierendes Kermikbrackets (Inovation C)


Dies ist die wohl ästhetischste Bracketvariante, da sie nahezu unsichtbar sind. Von der Funktion her sind sie identisch mit den Speed- Brackets, da sie ebenfalls über ein Clipverschluss verfügen.

Bögen (Drähte, welche die Brackets miteinander verbinden, und die Kraft auf die Zähne bringen, sodaß diese sich bewegen)


Grundleistung sind verschieden dimesionierte Stahlbögen. Letzteres sind Drähte, die nach einer gewissen Verformung wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren.
Diese Rückstellungskraft nutzt man, da die Bögen dabei die Zähne in eine korrekte Position mitbewegen.


Zahnfarbenen Bögen sind äußerst ästhetisch, vor allem in Kombination mit Keramikbrackets, gehen aber über das notwendige, zweckmäßige, ausreichende und wirtschaftliche Maß der kieferorthopädischen Versorgung hinaus.
Trotzdem können sie diese Materialien im Rahmen von außervertraglichen Leistungen wählen.


Ebenso verhält es sich mit den modernen thermo- bzw. superelastischen Bögen. Bei den thermoelastischen Bögen  handelt sich um ein Material, welches thermisch umprogrammiert werden kann. Die Drähte üben eine vorgegebene immer gleiche und sehr geringe Kraft auf die Zähne aus und bewegen diese äußerst sachte. Durch Kälte (z.B. durch kalte Getränke, Eis etc.) kann die Kraftabgabe der Bögen vom Patienten selbst reduziert werden, wodurch die eventuell unangenehme Empfindungen bei der Zahnbewegung reduziert werden können. Zudem kommt es zur Sauerstoffaufnahme im Gewebe, was für die schonende Zahnbewegung von großer Bedeutung ist.

Superelastische Bögen sind Drähte, die nach einer gewissen Verformung wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehren. Dieses tuen sie über einen langen Zeitraum, mit immer derselben geringen Kraftabgabe. Dies ist von Vorteil, da sie dabei die Zähne in eine korrekte Position mitbewegen.



Pendelapparatur (Pendulum)

Die Pendelapparatur ist eine festsitzende Zahnspange im Oberkiefer, um die Backenzähne nach hinten zu bewegen. Sie dient der Platzbeschaffung z. B. bei Platzmangel für die Eckzähne. So kann beispielsweise die Entfernung von bleibenden Zähnen (Prämolaren) vermieden
werden.
Sie ist häufig eine Alternative zur Außenspange mit Außenbogen (Headgear).

Vorteile:

  • Schnellere Zahnbewegung, da 24h Wirkung
  • Mitarbeitsunabhängig, da festsitzend
  • Von außen nicht sichtbar



Flex Developer®


Dieses Federelement dient dazu, den Unterkiefer im Wachstum zu fördern, das Kiefergelenk zu entlasten und die Verzahnung des Gebisses zu verbessern, indem die oberen Zähne nach hinten und die unteren Zähne nach vorn verschoben werden.

Da dieses Gerät an den Zähnen befestigt ist, wird die notwendige Mitarbeit auf ein Minimum reduziert ‑ es ist also bequem zu tragen. Außer der üblichen
Mundhygiene erfordert dieses Gerät keine wesentliche Mitarbeit des Patienten.

Vorteile:

  • Schnellere Zahn- bzw. Kieferbewegung, da 24h Wirkung
  • Mitarbeitsunabhängig, da festsitzend
  • Von außen nicht sichtbar